Wie Risse entstehen

Die Feuchte in der Umgebungsluft bestimmt den Feuchtegehalt des Holzes. Bei Feuchtigkeitsaufnahme quillt das Holz (dehnt sich aus), bei Feuchtigkeitsabgabe schwindet das Holz (verliert an Volumen). Die Wassermenge, die in der Luft enthalten sein kann, ist sehr stark von der Temperatur abhängig:

Bei  0 °C max. 4,8g/m3,
bei 20 °C max. 17,3 g/m3,
bei 50 °C max. 83 g/m3.

Bei frostigem Winterwetter dringt Luft mit einem sehr tiefen absoluten Feuchtigkeitsgrad in die Wohnräume. Wenn diese Luft erwärmt wird, kann sie viel mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Wie ein trockener Schwamm saugt die trockene Luft Feuchte aus dem Holz. Das Holz zieht sich jetzt zusammen. In der Längsrichtung schwindet das Holz nur bis zu 0,3%, radial  schwindet das Holz bis zu 3,6%. Der Umfang der Zargen (Längsholz) wird sich darum kaum verändern, die Breite der Decke und des Bodens dagegen massiv. Die Decke würde sich zusammenziehen, ist aber durch die Verleimung der Ränder mit den Zargen daran gehindert. Die Zellstruktur liegt unter einer immer grösseren Spannung.

Für jedes Instrument gibt es einen Tiefstwert, wo das Instrument reissen muss, es sei denn, die Randstellen öffnen sich, was der viel kleinere Schaden wäre.  Die Bereitschaft des Holzes zu reissen, ist bei Fichte grösser als bei Ahorn.
Meistens beginnen Trockenrisse links und rechts vom Untersattel. Wird das Instrument vor dem Reissen befeuchtet, quillt das Holz wieder, und die Spannung geht zurück.

Wasseraufnahmevermögen der Luft

Temperaturabhängiges Wasseraufnahmevermögen der Luft
A = maximales Wasser-Aufnahmevermögen der Luft im Sättigungszustand
B = Wassergehalt der Luft bei einer relativen Feuchte von 40%

Luftfeuchte und Holzfeuchte

Die Tabelle zeigt den Zusammenhang zwischen Luftfeuchte und Holzfeuchte.
Sie gilt für Fichtenholz, bei 20°C
(Quelle: Ravensburger Holzwerkstatt, Holz als Werkstoff)